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Sehr oft verbindet der Käufer mit dem Erwerb von Papageien und Sittichen den Wunsch nach einem zahmen und möglichst auch sprechenden Vogel. Oft soll der neue Mitbewohner aufgrund seiner Anhänglichkeit, seines verspielten Wesens und seiner Sprachbegabung auch Partner- oder Kindersatz ein.
In vielen Zoogeschäften und leider auch bei einigen Züchtern wird dem Käufer erzählt, dass nur Einzelvögel sich eng an den Betreuer anschließen und vor allem das Sprechen erlernen. WAS EIN UNSINN. Es gibt, wie bei allen Lebewesen, große individuelle Unterschiede in der Lernfähigkeit. Manche lernen sehr bald Wort und Laute nachzuahmen, andere wiederum erlernen das Sprechen nie.
Worauf man in den seltensten Fällen beim Kauf hingewiesen wird: Spätestens mit Eintritt der Geschlechtsreife kann sich das Verhalten des Stubenvogels radikal verändern. Aus dem bisher so netten, friedlichen, verschmusten Mitbewohner wird die reinste Furie. Es kann zu aggressivem Verhalten gegenüber seiner Bezugsperson oder anderen Familienangehörigen, Frustrationserscheinungen bis hin zu schweren Verhaltensstörungen (Dauerschreien, Federrupfen, Selbstverstümmelung) kommen.
Einzelhaltung ist die schlechteste Form der Papageienpflege und sollte der Vergangenheit angehören.
Natürlich gibt es auch Papageien, die -zig Jahre als Einzeltier gelebt und dabei einen durchaus zufriedenen und gesunden Eindruck hinterlassen haben. Man sollte sich jedoch die bisherigen Lebensumstände seines Betreuers vor Augen führen: War dieser vielleicht rund um die Uhr zuhause? Beschäftigte sich diese Person ausschließlich nur mit dem Tier? Zeigte der Besitzer viel Einfühlungsvermögen und Verständnis, wenn der gefiederte Schatz in den Frühlings- und Sommermonaten aufgrund Brutlust für einige Wochen/Monate sein Wesen und Verhalten veränderte?
Erwiesene Tatsache ist: In freier Natur wird man niemals einen einzelnen Krummschnabel antreffen. Vögel leben paarweise oder ziehen in großen Schwärmen umher. Auch in der Wohnungshaltung sollten unsere Vögel zumindest paarweise gehalten werden, denn nur dann können soziale Kontakte gepflegt oder auch sexuelle Bedürfnisse befriedigt werden.
Die Beobachtung des vielseitigen Verhaltensrepertoires oder das Miterleben eines „Ehe- und Familienlebens“ dieser monogamen Vögel, die, wenn sie einmal einen Partner erwählt haben, diesem lebenslang die Treue halten, ist unglaublich interessant.
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