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Cora & Lorenz
Unser Nackedei Cora ist vermutlich eine Teilhandaufzucht. Sie wurde 1996 geboren und ist in ihrem bisherigen Leben schon durch viel zu viele Hände gegangen. Cora lebt seit Februar 2004 bei uns. Unsere “alte Ente”, wie sie sich selbst gerne nennt, ist absolut auf einen Menschen bezogen und schreit fast nie. Dafür antwortet sie grundsätzlich, wenn Klaus oder ich im Hof zu hören sind (Madame spricht in ganzen Sätzen). Cora reagiert auf Fremde sehr extrem. Sie ist dann sehr erregt und teilweise auch aggressiv gegenüber den fremden Personen. Sie kann sehr gut fliegen, tut dies aber nur, wenn es unbedingt erforderlich ist. Das Rupfen hat sie auch bis heute noch nicht gelassen.
Ihr Kumpel Lorenz ist ein ca. 25-jähriger gerupfter Wildfang. Er bewohnt zusammen mit Cora seit August 2007 eine gemeinsame Voliere. Lorenz ist nur begrenzt futterzahm, aber keinesfalls scheu. Vorsichtig wage ich zu behaupten, dass er hinterlistig und durchtrieben sein kann. Er macht gerne auf lieb und nett und säuselt und lockt mit liebreizender Stimme. Nähert man sich aber seiner Voliere, beißt und hämmert er ohne Vorwarnung in den Draht. Auch beim Reinigen der Voliere achtet Klaus penibel darauf, Lorenz nicht aus den Augen zu verlieren. Der Umgang mit ihm ist wirklich etwas schwieriger als wie mit den anderen Gelbbrustaras.
Nach dem Umzug in den Hunsrück im Jahr 2008 haben Cora und Lorenz endlich zueinander gefunden. Vorher akzeptierte man sich, hielt aber doch immer etwas Abstand zueinander. Der Umzug ins neue Zuhause hat sie nun regelrecht zusammengeschweißt. Wenn sich diese beiden Gelbbrustaras unbeobachtet fühlen, füttern und putzen sie sich gegenseitig. Recht amüsant - aber wirklich nur, wenn sie sich unbeobachtet fühlen! - ist auch folgendes: Lorenz flucht nicht nur wie ein alter Seebär, nein, er singt und pfeift auch Seemannslieder und seine Cora tanzt dann dazu.
Pino & Jule
Unser Pino wurde im Dezember 1999 geboren. Er ist eine Teilhandaufzucht und lebt seit Februar 2003 bei uns. Wenn es um die Damenwelt geht, hatte Pino bisher wirklich nur sehr großes Pech. Seine erste, um einige Jahre ältere, Partnerin bei der Vorbesitzerin war mehr als dominant und griff ihn, den Jungspund, nach Erreichen ihrer Geschlechtsreife so massiv an, dass wir von der Vorbesitzerin gebeten wurden, sofort vorbeizukommen und ihn abzuholen.
Bei uns wurde Pino kurz darauf mit einer jungen Gelbbrustara-Henne vergesellschaftet (Handaufzucht ab Ei), die mit drei Jahren an ihrem (wohl angeborenen) Leberschaden verstarb.
Pino trauerte sehr und so zog nach wenigen Wochen eine neue Gelbbrustara-Gefährtin (Teilhandaufzucht) für ihn ein. Die beiden waren von Anfang an ein Traumpaar. Diese zuckersüße Henne verstarb trotz einwöchigen Aufenthalt in der Tierarztpraxis und Notoperation an einem “hochgezogenen” Windei im Jahr 2009. Ich weiß gar nicht, wer zu dieser Zeit mehr gelitten hatte. Pino, der nun schon seine 3. Gefährtin verlor, oder Klaus, der nach diesem weiteren Schicksalsschlag kurz davor stand, alle seine Papageien abzugeben (die zahmen Gelbbrustara waren immer seine Lieblinge).
Pino begann dann innerhalb weniger Tage mit dem Rupfen und Schreien und wir telefonierten stundenlang durch ganz Deutschland, um eine ältere, geschlechtsreife Gelbbrustara-Henne für ihn zu finden. Fündig wurden wir dann in Jule, einer 18-jährigen Zuchthenne (reine Naturbrut), die vor kurzem ebenfalls ihren langjährigen Zuchtpartner verloren hatte und nun gleichfalls trauerte.
Normalerweise halten wir eine strikte Quarantäne ein und machen unsere Vögel dann in nebeneinander liegenden Volieren vorsichtig miteinander bekannt. Die beiden verwitweten Gelbbrustaras hielten aber von dem Moment an Rufkontakt, als Jule ins Haus kam. Da der Züchter uns versicherte, dass seine Henne und sein ganzer Bestand auf Herz und Nieren durchgecheckt wäre, brachten wir sofort die beiden Tiere zusammen. ES WAR LIEBE AUF DEN ERSTEN BLICK. Wir können es selbst bis heute gar nicht glauben. Schon 14 Tage später konnten wir die Beiden beim Tretakt beobachten (dieses erste Gelege blieb aber leider unbefruchtet). Im Frühjahr 2010 war es dann nach all den Jahren so weit: Wir bekamen unseren ersten Gelbbrustara-Nachwuchs, der wirklich sehr fürsorglich von den Eltern großgezogen wurde.
Hoffentlich bleiben Pino und Jule nun “auf ewig” zusammen ...
Haltung:
Eine Wohnungshaltung von Gelbbrustaras sollte man wirklich nur ins Auge fassen, wenn man den Tieren ein eigenes Zimmer in geeigneter Größe zur Verfügung stellen kann und auch die Nachbarschaft mit der eventuellen Lärmbelästigung einverstanden ist. Unsere Gelbbrustaras rufen und schreien zwar wirklich nicht viel, aber wenn sie die Stimme ertönen lassen, dann geht dies wirklich durch Mark und Bein!
Als Volierengröße sind als Minimum 4 x 2 x 2 m (L x B x H) einzukalkulieren. Diese Mindestmaße werden in unseren Augen diesen fluggewandten Tiere aber weitem noch nicht gerecht.
Ernährung:
Unsere Gelbbrustaras erhalten bei uns täglich Körnerfutter (“Papageien Züchtermischung” von Versele Laga), frisches kleingeschnittenes Obst, geraspeltes Gemüse und ein paar Nüsse(vorzugsweise Zirbelnüsse, aufgeknackte Walnüsse, Haselnüsse). Zur Zucht gibt es außerdem täglich Keimfutter und Eifutter.
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